Aktuelle Stunde zu Mobilität und Infrastruktur

LR Schuschnig: „Gute Verkehrspolitik schafft Anreiz, keine Verbote“ – Kärnten investiert so viel wie noch nie in den öffentlichen Verkehr – Angebote auf der Straße um 40 Prozent, auf der Schiene um ein Drittel erweitert – Rund zwanzigmal mehr Jahresnetztickets als noch vor drei Jahren – Verdoppelung der Beförderungszahlen in den letzten drei Jahren

KLAGENFURT. Im Rahmen der Aktuellen Stunde diskutierten die Abgeordneten des Landtags heute, Donnerstag, über die „Zeitenwende im öffentlichen Verkehr“ und über die „Auswirkungen des neuen Bus-, Bahn- und Mikro-ÖV-Angebotes auf die Kärntner Bevölkerung“.

Der zuständige Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig strich dabei den 14. Dezember als entscheidendes Datum hervor. „An diesem Tag startet Kärnten in eine neue Ära des Öffentlichen Verkehrs. Es öffnet sich nicht nur der Koralmtunnel, sondern auch der regionale Nahverkehr bekommt einen deutlichen und für die gesamte Kärntner Bevölkerung spürbaren Schub“, so Schuschnig.

Die Zeitenwende im öffentlichen Verkehr in Kärnten habe jedoch bereits in den vergangenen Jahren begonnen und die Weichen für die Inbetriebnahme der Koralmbahn gestellt, betonte der Landesrat im Zuge der Landtagssitzung. „Wir investieren so viel wie nie zuvor in den Öffentlichen Verkehr. Seit 2018 konnten wir das Angebot auf der Schiene um fast ein Drittel und das Angebot auf der Straße um fast 40 Prozent erweitern. Alleine 2024 wurden insgesamt 1,4 Millionen zusätzliche Angebotskilometer eingeführt.“

Kontinuierlich sei der ÖV in den letzten Jahren ausgebaut worden, erklärte Schuschnig. Neben stetigen Taktverdichtungen und Angebotsausweitungen wurde unter anderem ein landesweit ein S-Bus-System aufgebaut, der Mikro-ÖV als wichtiger Zubringerverkehr deutlich verstärkt und erstmals ein einheitlicher, moderner Auftritt aller Busse und der Bahn im Design der Kärntner Linien umgesetzt. „Neue Mobilitätsdrehscheiben wurden ausgebaut, Infrastruktur und Bahnhöfe modernisiert. Zudem wurde gemeinsam mit der ÖBB ein rund 600 Millionen schweres Paket bis 2030 vereinbart, um die Schieneninfrastruktur und Bahnhöfe auszubauen und mehr Kapazitäten zu ermöglichen“, so Schuschnig. Ebenso startet im nächsten Jahr Österreichs größte Wasserstoffbusflott in Kärnten.

Dass das erheblich verbesserte Angebot gut angenommen werde, zeige sich in den Zahlen. „In den vergangenen drei Jahren haben sich die Beförderungszahlen verdoppelt. Aktuell haben rund 22.000 Kärntner ein Jahresnetzticket. Das ist fast zwanzigmal mehr als noch vor drei Jahren“, informierte der Landesrat.

Schuschnig betont, dass er diesen Aufholkurs als Landesrat konsequent weiter verfolge. „Mit dem Fahrplanwechsel 2025/26 entstehe das das dichteste Nahverkehrsnetz, dass es je in Kärnten gegeben hat“, so Schuschnig. Auf der Schiene gibt es ab Dezember in ganz Kärnten einen Stundentakt – 365 Tage im Jahr. Im Zentralraum wird werktags ein Halbstundentakt und zwischen Klagenfurt und St. Veit sogar ein 20-Minuten-Takt eingeführt. Das ist das dichteste Angebot in ganz Kärnten“, sagte Schuschnig. Ergänzt werde das Angebot zudem durch längere Betriebszeiten auf nahezu allen Schienen- und Busverbindungen.

Abschließend betont der Mobilitätslandesrat, dass er durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs das Umsteigen attraktiv machen will. „Gerade für Pendler sind die Bus- und Bahnverbindungen schneller, bequemer und günstiger. Mit den Umsteigertagen kann das jeder selbst im Alltag erfahren“, so Schuschnig. Er stehe jedoch für eine Verkehrspolitik der Technologieoffenheit und der Wahlfreiheit. „Jeder soll für sich selbst das Verkehrsmittel wählen können, das am besten zum eigenen Lebensalltag passt. Es braucht Anreize, keine Verbote und keine Verkehrspolitik mit dem erhobenen Zeigefinger“, betont Schuschnig abschließend.

Quelle: LPD Kärnten
Fotohinweis: LPD Kärnten/Gleiss