Kärnten schafft österreichweit einzigartiges Sport-Ausbildungszentrum
LH Kaiser, LHStv. Gruber, LR Reichmann und Bgm. Köfer präsentieren Plan für modernstes Leistungssportzentrum in Spittal für Olympiasieger von morgen – Infrastruktur mit Internat wird im Verbund von Fritz-Strobl-Skimittelschule und Polytechnischer Schule geschaffen – Duale Ausbildung mit Schulsportleistungsmodell Kärnten – Zusammenarbeit auch mit BORG Spittal
KLAGENFURT. Stams und Schladming sind die wohl bekanntesten Sport-Ausbildungszentren Österreichs – bisher! Denn Kärnten schafft mit dem GoldEck® ein österreichweit einzigartiges Sport-Ausbildungszentrum für Olympiasieger und Profisportler von morgen. Die Pläne dafür wurden heute, Donnerstag, von Sportreferent Landeshauptmann Peter Kaiser, Regionalitätsreferent LHStv. Martin Gruber, Bildungsreferent LR Peter Reichmann und Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer gemeinsam mit Bildungs- und Sportverantwortlichen des Landes im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Konkret entsteht am Standort der Fritz-Strobl-Skimittelschule und Polytechnischen Schule in Spittal an der Drau das „Leistungssportzentrum Spittal GoldEck“ mit einem eigenen Internat. Es wird aber nicht nur der Wintersport sein – über das Schulsportleistungsmodell Kärnten (SSLK) sollen ganze 32 Sportarten angeboten werden. Eng zusammengearbeitet soll auch mit dem BORG Spittal, also der Oberstufe, werden. Das Projekt geht jetzt in die Detailplanung, soll im Herbst starten und in eineinhalb bis zwei Jahren abgeschlossen sein.
Kaiser sagte, dass dieser Campus für Bildung und Spitzensport einzigartig in Österreich sein werde. Für 250 bis 300 Schülerinnen und Schüler werde es hier eine duale Ausbildung der Sonderklasse geben. „Das Leistungssportzentrum wird ein bis weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinausstrahlender Leuchtturm sein, der die Attraktivität Kärntens als Sport- und Bildungsland sowohl bei der jungen einheimischen Bevölkerung als auch darüber hinaus steigern und auf ein neues Level heben wird. Die Ausbildung hier wird jungen Menschen noch bessere Chancen eröffnen“, machte Kaiser deutlich. Er verwies auch auf die österreichweit unerreichte Zahl an Olympiasiegen – 13 an der Zahl – die von Franz Klammer, Karl Schnabl über Thomas Morgenstern, Martin Koch bis hin zu Fritz Strobl, Anna Gasser, Kathi Truppe reichen und aus einer Region, nämlich Spittal an der Drau, kommen.
Für Gruber ist das Leistungszentrum ein Paradebeispiel für ein Projekt, das mit vereinten Kräften und Mitteln umgesetzt wird und über die Grenzen hinausstrahlen kann – gerade in herausfordernden Zeiten. „Es ist eine nachhaltige Investition in ein Projekt mit sehr hohem Niveau, das große Anziehungskraft für Spittal, die Region und Kärnten als Sportland entwickeln wird“, sagte er. Infrastruktur – von Straßen und Wegen bis zu Gesundheit, Pflege und Freizeit – zu erhalten und zu schaffen sei wesentlich, um Regionen attraktiv zu halten und Akzente gegen die demographische Entwicklung zu schaffen.
Reichmann ging auf die Aufhebung der Schulsprengel für Mittelschulen ein: „Damit schaffen wir Wahlfreiheit und Bildungsgerechtigkeit.“ Die Änderung im Schulgesetz wirke und biete Perspektiven. Familien könnten nun auch abseits des Wohnortes eine Schule wählen, die das Talent des Kindes entsprechend fördere.
Bürgermeister Köfer erwartet sich durch das Leistungssportzentrum eine enorme Aufwertung von Spittal, dem „größten Sportbezirk Österreichs“. Er verwies auf die schon bestehende moderne Sportinfrastruktur mit Eishalle, Sportbad, Sporthalle, Stadion mit Kunstrasen und dem Sportberg Goldeck. Impulse werde das Leistungssportzentrum für Sport, Tourismus und Wirtschaft geben.
Bildungsdirektorin Isabella Penz sagte, dass man in Kärnten Spitzensportlerinnen und -sportlern Zukunftsperspektiven und Sicherheit auch für die Zeit nach der Karriere geben wolle. Man übernehme Verantwortung für die Jugend.
Reinhold Pobaschnig von der Gemeindeabteilung des Landes ging näher auf das Projekt ein, das im Zuge der notwendig gewordenen Sanierung der Fritz-Strobl-Skimittelschule entstanden sei. Das Schulgebäude sei dabei neu konzipiert worden, 2.200 Quadratmeter der insgesamt 13.000 Quadratmeter großen Nutzfläche habe man „freischaufeln“ können. Das Gebäude der Polytechnischen Schule werde an einen Wohnbauträger veräußert und zum Internat mit 54 Betten umgebaut. Der zweigeschossige Verbindungstrakt, der eigentlich hätte abgebrochen werden sollen, werde ausgebaut. Hier entstehen laut Pobaschnig Sport- und Trainingsflächen, Werkstätten, Lagerflächen, Duschen und eine Kraftkammer. Er verwies zudem auf die bereits bestehenden zwei Sporthallen und zwei Gymnastiksäle am Campus. Die Errichtungskosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro netto und werden von Gemeinde- und Sportreferat, dem Kärntner Bildungsbaufonds, dem Schulgemeindeverband Spittal sowie mit EU- und Regionalentwicklungsbeiträgen finanziert.
Peter Petscharnig vom SSLK sagte, dass dieses für den sportlichen Teil der dualen Ausbildung zuständig sei. Am Weg zum Leistungssport unterstütze man die jungen Menschen durch Sportmedizin, Ernährungswissenschaft, Mentaltraining. Sehr gut arbeite man dabei mit dem Olympiazentrum Kärnten zusammen.
Alfred Hopfgartner – er hat die Karriere von Marco Schwarz maßgeblich mitbereitet – ist sportlicher Leiter an der Mittelschule in Spittal. Er ging auf die vielen Einflüsse ein, die auf die Schülerinnen und Schüler – „die Kids kommen mit zehn Jahren zu uns“ – „einprasseln“. Man unterstütze sie dabei, in beiden Bereichen, also in Sport und Bildung, Höchstleistungen zu erbringen. Schule und Trainingsausbildung gehen entsprechend Hand in Hand.
BORG-Direktor Erich Huber geht es um das „Entdecken und Weiterentwickeln von Begabungen“. Durch die enge Zusammenarbeit im Rahmen des Leistungssportzentrums werde die Nahtstelle zwischen Unter- und Oberstufe entscheidend verbessert. Ein wichtiger Punkt werde das Internat sein, aktuell würden einige Jugendliche täglich drei Stunden für die An- und Abreise zur Schule aufwenden.
Landesskiverbandspräsident Dieter Mörtl sagte, dass mit diesem Konzept schon in der Unterstufe ein wichtiges Fundament in der sportlichen Ausbildung geschaffen werde. Das Leistungssportzentrum habe auch einen sehr guten sozialen Aspekt, die Schulbeiträge hier sollen nicht so hoch wie in anderen Bundesländern sein. Auch er ging auf die hohe Belastung der Jugendlichen mit einem Aufwand von oft sogar 80 bis 100 Stunden ein: „Die Schülerinnen und Schüler wollen das und müssen daher entsprechen gefördert werden.“ Mit dem Angebot im „Leistungssportzentrum Spittal GoldEck“ müssten Kärntner Talente auch nicht mehr in andere Bundesländer ausziehen.
Die Pressekonferenz im Spiegelsaal der Landesregierung wurde von Landesportdirektor Arno Arthofer moderiert, der auch Leiter des Olympiazentrums Kärnten ist.
Quelle: Büros LH Kaiser/LHStv. Gruber/LR Reichmann
Fotohinweis: LPD Kärnten/Wajand

