Nachhaltige Investition macht Malta-Reißeck zur leistungsstärksten Kraftwerkgruppe

Eröffnung nach 200 Millionen-Euro-Investition mit LH Kaiser, LHStv. Gruber und Tunnelpatin LR.in Schaar: „Investition in die Zukunft: Absicherung der Stromversorgung, nachhaltige Wasserkraft und weltweit modernste Flexibilität für Wind- und Sonnenkraft“

KOLBNITZ/ROTTAU. Über 200 Millionen Euro hat der Verbund in der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck in die Modernisierung und Erweiterung der Anlagen in den letzten Jahren investiert. Damit kann Malta-Reißeck eine Stromleistung erbringen wie die sechs größten Donaukraftwerke zusammen. Modernisiert wurde das Kraftwerk Malta Haupt- und Oberstufe, errichtet wurden der Pumpspeicher Reißeck II+ und das Pumpwerk Kolbnitz. Heute, Montag, wurden der Abschluss dieses Modernisierungsprogramms und die offizielle Inbetriebnahme „der weltweit neuesten Turbine“ im Mölltaler Ort Rottau bei Kolbnitz mit LH Peter Kaiser, LHStv. Martin Gruber, Tunnelpatin LR.in Sara Schaar und den Vertretern des Verbundes, Vorstandsvorsitzender Michael Strugl, COO Achim Kaspar, GF Michael Amerer und GF Karl Heinz Gruber, gefeiert.

LH Peter Kaiser dankte allen, „die zur Umsetzung dieses Projektes beigetragen haben, die für diese Leistung verantwortlich sind, damit wir hier und heute mit den wesentlichsten Werten unserer Gesellschaft Reisseck II+ eröffnen können“. Zum einen sei laut Kaiser hier Nachhaltigkeit groß geschrieben worden mit der „Verpflichtung, für nächste Generationen Energie bereit zu stellen in mehrfachem Sinn. Zum anderen werde die Notwendigkeit auf Grund vieler Konflikte in der Welt sichtbar, Strom, Kraftwerke, deren Bau, auch als strategische Bedeutung zu erkennen“. „Wir müssen Autarkie erreichen, um uns wehren zu können, wenn es um Cyberangriffe geht, die keine Grenzen kennen, wir müssen Unabhängigkeit von Stromzulieferern aus dem Ausland erreichen“, erklärte Kaiser. Mit diesem Ausbau sei vor allem die Bedeutung der Nachhaltigkeit sichtbar. „Mit viel Innovation ist es gelungen, auf Bestehendem aufzubauen und Energie, Strom, Arbeitsplätze, Wohlstand für die Zukunft zu sichern“, hielt Kaiser fest.

Der Landeshauptmann erwähnte auch die positive Entwicklung der Stimmungslage innerhalb der Bevölkerung, zu der ebenso die Bauherren wie die Innovation und die Bereitschaft, in diese zu investieren, beigetragen habe. Damit sei die geringere Lärmentwicklung der neuen Turbine gemeint.

Kaiser sagte zudem, dass diese Inbetriebnahme deutlich mache, wie sehr wir als Gesellschaft aufeinander angewiesen seien, hier in Kärnten, in Österreich. „Viele haben hier ihren Anteil leisten müssen, damit wir rund um die Uhr jeden Tag im Jahr Strom haben. Wir werden auch in Zukunft alles daransetzen, im Sinne der Bevölkerung, die Energieunabhängigkeit, den Klimaschutz und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, erklärte Kaiser.

Auch LHStv. Martin Gruber sprach allen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den bauausführenden Firmen, die dieses Jahrhundertprojekt ermöglich haben, seinen Dank aus. „Wir sind stolz auf diese ingenieurtechnische Meisterleistung, auf die Effizienzsteigerung, die erreicht wird. Ich danke dem Verbund und allen, die an Planung, Umsetzung und Bau beteiligt waren. Mit der Modernisierung und Erweiterung der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck ist ein Projekt gelungen, das beispielhaft für den Weg ist, den wir in Kärnten gehen: Es verbindet Innovation mit regionaler Verantwortung. Vorhaben wie diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Unabhängigkeit unseres Bundeslandes und sind entscheidend für die Entwicklung der Regionen und unseres Standorts“, so Gruber. Es werde die Kraft, die von Unternehmerinnen und Unternehmern mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgehe, sichtbar. „Die Bereitschaft Risiken einzugehen und Verantwortung zu übernehmen, sichert unseren Wohlstand“, sagte Gruber.

Seit Herbst 2021 wurde auf dem Seenplateau des Reißecks auf 2.400 Meter Seehöhe das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II+ errichtet und im Februar 2025 in Betrieb genommen. Dadurch verfügt die Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck jetzt über elf Kraftwerke und ein Pumpwerk und ist mit einer Turbinenleistung von 1.545 Megawatt und einer Pumpleistung von 1.095 Megawatt die leistungsstärkste Kraftwerksgruppe in Österreich.

Mit der Modernisierung und Erweiterung der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck erfüllt VERBUND eine Anforderung an ein klimaneutrales Energiesystem: „Bei der Transformation unseres Energiesystems, und das ist die Herausforderung dieser Zeit, ist die Wasserkraft mit ihren Pumpspeichern von zentraler Bedeutung, denn diese Kraftwerke können die wetterabhängig schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne ausgleichen, sind nachhaltig und können den steigenden Strombedarf decken“, sagte Michael Strugl, Vorstandsvorsitzender von VERBUND. „Die Pumpspeicher sind grüne Batterien, und die größte dieser Batterien betreiben wir hier mit der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck“, so der VERBUND-CEO, der auch den dringend notwendigen Energiemix aus Wasser, Wind und Sonne ansprach, um Unabhängigkeit bei einer fast Verdoppelung des Strombedarfes in Anbetracht des Ausstieges aus fossilen Energieträgern ansprach.

In der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck hat VERBUND in den vergangenen fünf Jahren mehrere Projekte parallel umgesetzt: Zum einen wurden bei den bestehenden Kraftwerken Malta Haupt- und Oberstufe die Modernisierungen durchgeführt und die Turbinenleistung um rund 40 Megawatt, die Pumpenleistung um rund 155 Megawatt und die Erzeugung um rund 20 GWh gesteigert. Zusätzlich wurden mit dem Pumpspeicher Reißeck II+ mit einer Leistung von 45 MW und dem Pumpwerk Kolbnitz mit einer Pumpleistung von 60 MW zwei neue Flexibilitätsbooster neu errichtet.

Die Verantwortlichen sprachen heute von der Inbetriebnahme eines Jahrhundertprojektes, davon, dass Energiegeschichte hier geschrieben wird und dass eines der bedeutendsten Energieprojekte Österreichs in Betrieb gehe. „Bei allen Maßnahmen haben wir es geschafft, unsere Anlagen durch den Einsatz innovativer Techniken auf den zukünftigen Flexibilitätsbedarf einzustellen. So stellt der Einsatz der drehzahlgeregelten Maschinensätze in dieser Dimension die weltweit flexibelste Pumpturbine dar, und das ,Made in Austria‘“, sagte Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer der VERBUND Wasserkraft, der auf die technischen Weltneuheiten, die hier errichtet wurden, verwies. In Kombination mit den großen Speichern können Stromüberschüsse von mehreren hundert Windkraftanlagen zwischengespeichert werden.

Umrahmt wurde der feierliche Abschluss der Modernisierungsarbeiten vom Mölltal Sound, moderiert hat Sabrina Hafner.

Kraftwerksgeschichte:

In den 50er Jahren wurde der Grundstein für die heute leistungsstärkste Wasserkraftwerksgruppe Österreichs mit der Errichtung des Kraftwerks Reißeck gelegt. Das Speicherkraftwerk wurde damals aus Mitteln des Marshallplans sowie des ersten von der Weltbank an die Republik Österreich vergebenen Kredits finanziert.

Das Kraftwerk Reißeck hielt auf Grund der Seehöhe des Speichers für mehr als drei Jahrzehnte den Wasserkraftwerk-Weltrekord mit der größten Fallhöhe von 1.770 Metern.

In den 70er-Jahren wurden die Malta-Kraftwerke und die 200 Meter hohe Kölnbreinsperre errichtet, die bis heute die höchste Staumauer Österreichs ist. Die Leistung des Kraftwerks Malta-Hauptstufe entsprach der des damals in Bau befindlichen Kernkraftwerks Zwentendorf.

Zwischen 2019 und 2024 wurden in Modernisierungsschritten im Kraftwerk Malta Hauptstufe 2 Großpumpen sowie die 4 Turbinen erneuert und im Kraftwerk Malta Oberstufe die beiden Maschinensätze komplett umgebaut.

Mit der Inbetriebnahme des im Berg errichteten Pumpspeicherkraftwerks Reißeck II 2016 wurden die beiden Kraftwerkssysteme Malta und Reißeck hydraulisch verbunden und es entstand eine der größten Speicherkraftwerksgruppen in Europa.

Seit Herbst 2021 wurde auf dem Reißecker Seenplateau auf 2.400 Meter Seehöhe das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II+ errichtet und im Februar 2025 in Betrieb genommen.

Nach Abschluss dieser Maßnahmen verfügt die Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck über 11 Kraftwerke und ein Pumpwerk und ist mit einer Turbinenleistung von 1.545 Megawatt und einer Pumpleistung von 1.095 Megawatt die leistungsstärkste Kraftwerksgruppe in Österreich. 

Insgesamt investiert der VERBUND derzeit 1,4 Milliarden Euro in 14 laufende Modernisierungs- und Erweiterungsprojekte. Der VERBUND betreibt 130 Wasserkraftwerke in ganz Österreich, Deutschland und Albanien.

Quelle: LPD Kärnten
Fotohinweis: Verbund/Johannes Wiedl