Kärntens Straßenmeistereien bewältigten herausfordernden Winter
LHStv. Gruber zog Bilanz: Winterdienst kostete 10,8 Millionen Euro – 17 Straßenmeistereien und vier Bauhöfe leisteten über 85.000 Einsatzstunden – Rund 18.800 Tonnen Streusalz und über 6.800 Tonnen Sole wurden verbraucht – Anhaltende Glatteisgefahr war in diesem Winter besondere Herausforderung – Salz- und Solestrategie des Landes zeigt Wirkung
KLAGENFURT. Neben den Bautätigkeiten zählt der Winterdienst auf Kärntens Straßen zu den wichtigsten Leistungen der heimischen Landesstraßenverwaltung. So standen in den 17 Straßenmeistereien und vier Bauhöfen des Landes standen heuer wieder 423 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz. Ihnen stand eine leistungsfähige Flotte mit 72 LKWs, 43 Unimogs, 32 Schneefräsen und Schneeschleudern, drei Traktoren sowie weiteren Sondergeräten zur Verfügung. Die Materiallagerung erfolgte landesweit in 51 Salzsilos und 40 Soletanks.
Heute, Dienstag, zog Straßenbaureferent LHStv. Martin Gruber in der Sitzung der Landesregierung Bilanz über den Winterdienst 2025/26 auf Kärntens Landesstraßen. Nach einem vergleichsweise milden Vorjahr mit Gesamtkosten von 9,3 Millionen Euro zeigte sich der heurige Winter anspruchsvoller: Die Gesamtkosten des Winterdienstes belaufen sich auf 10,8 Millionen Euro und damit leicht über dem Durchschnitt der letzten Jahre.
„Neben der Schneeräumung ist heuer vor allem der Streudienst stark ins Gewicht gefallen. Ein kostenintensiver, aber enorm wichtiger Faktor für die Verkehrssicherheit“, betonte Gruber im Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Denn die besondere Herausforderung dieses Winters war die nahezu permanente Glatteisgefahr. Temperaturen rund um den Gefrierpunkt führten dazu, dass die Straßen über einen langen Zeitraum intensiv gestreut werden mussten. Trotz insgesamt abnehmender Schneemengen resultierten daraus sehr hohe Einsatzstunden und ein überdurchschnittlicher Streumittelbedarf.
So standen die Mitarbeiter im vergangenen Winterdienst insgesamt knapp über 85.000 Stunden im Einsatz. Sie brachten dabei rund 18.800 Tonnen Streusalz und über 6.800 Tonnen Sole aus, das sind über 7.000 Tonnen mehr Salz als letztes Jahr und 2500 Tonnen mehr Sole.
Am heurigen Winterdienst zeigt sich deshalb auch, dass sich die Strategie des Straßenbaureferats, in die Salzbevorratung und die Soleerzeugung zu investieren, bewährt hat. Rund die Hälfte des benötigten Streusalzes wird in den 51 Salzsilos des Landes gelagert, sodass es zu keinen Engpässen kommt. Das hat sich insbesondere heuer als Vorteil erwiesen, da es in einigen Regionen Österreichs gleichzeitig einen erhöhten Salzbedarf gab, Kärnten sich aber auf seine Lagerkapazitäten verlassen konnte. Bereits seit mehreren Jahren wird im Winterdienst außerdem Sole eingesetzt und seit diesem Winter auch zu 100 Prozent selbst hergestellt. Die Effizienz der Salzstreuung wurde dadurch weiter erhöht.
„Der Soleanteil konnte mittlerweile auf über 30 Prozent gesteigert werden, wodurch langfristig eine spürbare Salzeinsparung erzielt wird – denn das Sole-Salz-Gemisch haftet länger auf der Fahrbahn, wird nicht verweht und wirkt direkt dort, wo es benötigt wird. Das mittelfristige Ziel ist eine flächendeckende Aufbringung mit einem Soleanteil von 50 Prozent“, erklärt Gruber, der besonders auch den Einsatz der Winterdienstmannschaften hervorstreicht. „In den letzten Monaten wurde wieder eine beachtliche Leistung von den Mitarbeitern erbracht. Sogar am 24. Dezember mussten sie heuer ausrücken“, so der Landeshauptmann-Stellvertreter.
Vorangetrieben wird auch die Digitalisierung des Winterdienstes: Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in der Straßenmeisterei Greifenburg werden auch die Straßenmeistereien Rosental, Eisenkappel, Feistritz/Drau und Winklern mit dem System ausgestattet. Ziel ist die schrittweise Einführung in allen 17 Straßenmeistereien. Künftig werden sämtliche Einsatzdaten wie Fahrtrouten, Salzverbrauch, Füllstände der Salzsilos und Wetterdaten digital erfasst und dokumentiert.
Auch in die Erneuerung des Fuhrparks wurde rechtzeitig investiert: Für die Winterdienstperiode 2025/26 wurden vier neue, verbrauchs- und schadstoffarme LKWs angeschafft. Für die kommende Saison 2026/27 sind bereits sechs weitere LKWs bestellt, um die langfristige Verfügbarkeit nachhaltig abzusichern. Auch für den Ernstfall eines Blackouts ist vorgesorgt: Sämtliche Tankstellen der Straßenbauabteilung sind mit Notstromaggregaten ausgestattet, sodass die Einsatzfahrzeuge jederzeit auch ohne öffentliche Stromversorgung betankt werden können.
„Der Winterdienst ist und bleibt eine der wichtigsten Leistungen unserer Landesstraßenverwaltung. Kärnten kann sich auf seine Straßenmeistereien verlassen – bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz dafür sorgen, dass die Verkehrsteilnehmer sicher an ihr Ziel gelangen“, so Gruber.
Quelle: Büro LHStv. Gruber
Fotohinweis: Büro LHStv. Gruber
