Projekt Lieserschlucht: Mehr als ein Radweg

LHStv. Gruber informierte vor Ort über Baufortschritt – Vorzeitige Öffnung der Schlucht am 12. Juni – 8 Mio. Euro Bundesmittel konnten für Gesamtprojekt gesichert werden – Land investiert 9 Mio. in Straßenbaumaßnahmen in der Schlucht sowie 5,3 Mio. in den Radweg

SPITTAL. Im Rahmen eines Medientermins informierte Straßenbaureferent LHStv. Martin Gruber gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Köfer (Spittal), Vizebürgermeister Thomas Grasser (Seeboden) und Abteilungsleiter Volker Bidmon heute, Dienstag, über den aktuellen Baufortschritt am Radweg durch die Lieserschlucht. „Der Radweg durch die Lieserschlucht wächst sichtbar und entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für den Radverkehr in Kärnten. Mit diesem Projekt schließen wir eine der wichtigsten Lücken im Kärntner Radwegenetz und schaffen eine durchgehende, sichere Verbindung vom gesamten Großraum Spittal zum Millstätter See sowie vom R1-Drauradweg zur Seenschleife um den Millstätter See und zum Gegendtalradweg“, so Gruber.

Das Projekt sei jedoch mehr als eine reine Radweginvestition, so Gruber. „Neben dem neuen Radweg investieren wir auch massiv in die Sicherheit der B99“, betonte der Straßenbaureferent und verwies unter anderem auf umfangreiche Steinschlagschutzmaßnahmen, die Sicherung und Verbauung der Ertlwand, die Verstärkung bestehender Stützmauern sowie die gänzliche Erneuerung der Entwässerung der B99 und eine komplette Fahrbahnsanierung in der Schlucht. „Das Projekt Lieserschlucht ist weit mehr als ein Radweg“, so der Straßenbaureferent.

Vor diesem Hintergrund müsse man auch die Finanzierung des Projekts betrachten. Die medial immer wieder berichteten 23,2 Millionen stellen eine Gesamtinvestition dar und sind nicht gleichzusetzen mit den reinen Radwegkosten, die viel geringer ausfallen. So werden etwa vom Land Kärnten fast neun Millionen Euro ausschließlich in die erwähnten straßenbaulichen Maßnahmen investiert. „Zudem ist es gelungen, rund acht Millionen Euro Bundesförderung für das Gesamtprojekt nach Kärnten zu holen“, betonte Gruber. Der Finanzierungsanteil des Landes für die eigentliche Radwegverbindung belaufe sich damit abzüglich des Gemeindeanteils und der Bundesmittel auf rund 5,3 Millionen Euro.

Der Radweg durch die Lieserschlucht zählt zu den technisch anspruchsvollsten Radwegprojekten Kärntens und ist eines der zentralen Vorhaben des Kärntner Radmasterplans. Auch in den vergangenen Monaten wurde während der Sperre der Schlucht auf Hochtouren weitergearbeitet. Bereits rund 60 Prozent der insgesamt erforderlichen Kragplatten, auf denen der neue Radweg verlaufen wird, sind fertiggestellt. Auch besonders anspruchsvolle Bauabschnitte, etwa im Bereich der Ertlkurve, konnten erfolgreich umgesetzt werden. Zudem haben die Bauarbeiten an der Unterführung des Radwegs unter der B98 in Seeboden begonnen.

„Die Zusammenarbeit aller Projektpartner funktioniert hervorragend. Wir befinden uns im Zeitplan, und die Arbeiten schreiten weiter zügig voran. Deshalb können wir die Schlucht vorzeitig öffnen und bereits ab dem 12. Juni wieder vollständig für den Verkehr freigeben. Bis in den Herbst kann der Verkehr somit wieder normal durch die Schlucht fließen“, verkündete Gruber, der sich bei allen Projektbeteiligten für die Abwicklung dieses technisch hochkomplexen Bauwerks bedankte.

„Der Radweg durch die Lieserschlucht ist eines der bedeutendsten Radprojekte Österreichs und ein Gewinn für die gesamte Region. Mit dem Lückenschluss zwischen dem Millstätter See, Spittal und dem Drauradweg entsteht eine sichere, attraktive und zeitgemäße Radverbindung. Davon profitieren nicht nur die Spittalerinnen und Spittaler, sondern auch unsere Gäste und der Tourismus vor Ort“, hob Bürgermeister Gerhard Köfer die Bedeutung des Projektes für die Region hervor.

„Aus Sicht der Marktgemeinde Seeboden am Millstätter See ist die Radwegverbindung zwischen Spittal an der Drau und dem Millstätter See ein Schlüsselprojekt für die gesamte Region. Sie verbessert die Verkehrssicherheit, stärkt den Tourismus, fördert nachhaltige Mobilität und erhöht die Lebensqualität der Bevölkerung. Die Verbindung schafft eine zeitgemäße Infrastruktur, die den Anforderungen einer modernen Tourismus- und Wohngemeinde gerecht wird und die Rolle Seebodens als Tor zum Millstätter See weiter festigt“, so Thomas Grasser, Vizebürgermeister der Marktgemeinde Seeboden.

Einen Ausblick, wie es weitergeht, gab abschließend Abteilungsleiter Volker Bidmon: „Über den Sommer arbeiten wir an der Unterführung der B98 in Seeboden. Im Herbst nehmen wir dann die Bauarbeiten in der Lieserschlucht wieder auf. Ab dann wird weiter intensiv an der Herstellung der Kragplatten-Konstruktion gearbeitet. Außerdem werden wir Stütz- und Ufermauern sichern und sanieren. Dafür ist wieder eine Sperre der B99 Anfang Oktober bis Ende November notwendig. Die Arbeiten an der Geh- und Radwegunterführung auf Höhe Seebach dauern voraussichtlich bis Ende November.“ Zur Gänze abgeschlossen soll das Projekt Lieserschlucht im Laufe des Jahres 2028 werden.

Quelle: Büro LH-Stv. Gruber
Foto: Büro LH-Stv. Gruber

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