Einigung bei Trauma-Orthopädie-Zentrum: aus zwei wird eins!

Kooperationsprojekt Trauma-Orthopädie-Zentrum auf Klinikum-Gelände ist auf Kurs: AUVA-Verwaltungsrat gab grünes Licht für Weiterentwicklung des Vorhabens – noch engere Kooperation, Abbau aller Doppelstrukturen, klare Synergien – Konzentration der traumatologischen Versorgung an einem Standort und frühzeitiger Umsetzung des Alterstraumazentrums ist zentraler Meilenstein für moderne, wirtschaftlich nachhaltige und zukunftsfitte Gesundheitsversorgung in Kärnten

KLAGENFURT. Gestern, Montag, entschied der Verwaltungsrat der AUVA in einer außerordentlichen Sitzung über die Zukunft des Kooperationsprojektes mit der KABEG, das Trauma-Orthopädie-Zentrum (TOZK) auf dem Gelände des Klinikum Klagenfurt. Seit November letzten Jahres, nachdem die AUVA aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine nochmalige Evaluation des Großprojektes gestartet hat, laufen intensive Gespräche mit der KABEG und dem Land Kärnten. Ziel dieser Gespräche: die Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts auf Basis einer noch engeren Kooperation, um noch mehr Synergien und damit die Wirtschaftlichkeit zu heben. Die Kernpunkte – nämlich die traumatologische Patientenversorgung an einem Ort zu konzentrieren – werden weiterhin umgesetzt. Zudem wird die Umsetzung des Alterstraumazentrums frühzeitig realisiert.

„Was lange währt, wird endlich gut“, zeigte sich Landeshauptmann Daniel Fellner erleichtert. 13 Jahre lang wurde geplant, umgeplant, diskutiert, gerungen. Am Ende – und das ist das Großartige – haben sich Geduld, Ausdauer und die viele Mühe gelohnt… und zu einem zufriedenstellenden und guten Ergebnis geführt. Uns ist ein wunderbares Reformprojekt gelungen – im Sinne der Gesundheit und für die Kärntner Bevölkerung“, betonte Fellner. „Dass wir heute geschlossen hier stehen können und Ihnen das definitive Ja zum Trauma-Orthopädie-Zentrum am Klinikum-Areal verkünden können, ist das beste Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man nicht aufgibt; wenn man alle Kräfte und den Willen mobilisiert und gemeinsam für eine Sache kämpft“, erklärte der Landeshauptmann. Das ursprüngliche Konzept habe man mit noch stärkerer Kooperation weiterentwickelt, um noch mehr Synergien zu heben und die Effizienz noch weiter zu steigern. Und so habe man letztendlich eine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden. „Eine Lösung, an der sich das Land mit rund 60 Millionen Euro bis zum Jahr 2032 beteiligt. Es werden sehr gut investierte 60 Millionen Euro sein“, ist LH Fellner überzeugt.

Der AUVA-Verwaltungsrat gab nun grünes Licht für das Vorhaben auf Basis einer noch engeren Zusammenarbeit, die auch in eine neue Zusatzvereinbarung gegossen wurde: Demnach wird die AUVA auf bestehende Infrastruktur der KABEG zurückgreifen und diese nicht, wie zuvor geplant, selbst errichten. Konkret geht es um Intensivstation, Schockraum und Hubschrauberlandeplatz.

Auch LHStv Martin Gruber betonte den „Schulterschluss aller, der die Umsetzung des Projektes möglich gemacht hat. Obwohl bereits von vielen bezweifelt, kommen wir nun in die Realisierung, dank der Hartnäckigkeit auf politischer Ebene wie auch auf Ebene der Sozialpartner, der AUVA und der Kabeg“. Der Landeshauptmannstellvertreter, der auch auf die langjährigen Verhandlungen und Diskussionen, Planungen und Verschiebungen verwies, dankte allen, „die nie aufgebeben haben und den Schulterschluss ermöglicht haben“.
Gruber bezeichnete die Umsetzung nun als österreichweites Vorzeigeprojekt. „Die Nutzung von Synergien, die modernste Versorgung von Patienten, die Wirtschaftlichkeit, der Impuls, der hier für den für den Standort Kärnten entsteht, die Sicherung hunderter Arbeitsplätze, das alles ist das Resultat vom Mut aller, Strukturen zu verändern. Kärnten lebt die Reformpartnerschaft auch mit diesem Projekt vor.“ Nicht zuletzt sei es auch ein weiteres investives Vorhaben der öffentlichen Hand. „Die Schaffung von moderner Basisinfrastruktur ist entscheidend für die Entwicklung als attraktiver Standort. Genau das wird hier realisiert“, so Gruber.

Wie vorgesehen, wird die AUVA das TOZK auf dem Gelände des Klinikum Klagenfurt errichten und betreiben und die Abteilungen Unfallchirurgie und Orthopädie im Klinikum Klagenfurt werden in das TOZK integriert. Im TOZK wird die AUVA die ambulante, tagesklinische und vollstationäre unfallchirurgische und orthopädische Versorgung im öffentlichen und eigenen Versorgungsauftrag übernehmen – mit rund 66 vollstationären und rund 30 tagesklinischen Betten. Die vorgelagerte ambulante Einheit sichert als erste Anlaufstelle eine moderne Patientenlenkung.

Die AUVA wird im neuen Gebäude weiters ca. 32 Betten für Alterstraumatologie errichten, die von der KABEG betrieben und finanziert werden. Das Alterstraumazentrum kann somit früher als geplant realisiert werden, hier wird die pflegerische und medizinische Nachbetreuung nach einer OP stattfinden. OP-Kapazitäten für Polytraumata bzw. intensivmedizinische Kapazitäten stellt ebenfalls die KABEG im Klinikum zur Verfügung.

„Das Trauma-Orthopädie-Zentrum ist ein Projekt ganz im Sinne der Gesundheitsreform und ein Win-Win-Win für alle, am meisten für die Patientinnen und Patienten in Kärnten – mit echten Synergien, ohne Doppelgleisigkeiten und mit nachhaltig gesicherter Wirtschaftlichkeit“, betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner. „Mit der frühzeitigen Realisierung des Alterstraumazentrums reagieren wir gezielt auf die demografische Entwicklung und sorgen für eine optimale postoperative Versorgung mit kürzeren Wegen, die das Angebot des TOZK sinnvoll ergänzt. Für Kärnten bedeutet das Trauma-Orthopädie-Zentrum Versorgungssicherheit auf höchstem Niveau: kürzere Wege, schnellere Entscheidungen und eine moderne Unfallversorgung an einem Ort – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten ebenso wie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Die KABEG beteiligt sich dementsprechend an den Kosten: Für rund 60 Millionen Euro erhält die KABEG Miteigentum am Alterstraumatologie-Trakt und leistet einen Zuschuss zur Liquidität, der künftig reduzierte Tarife für die von der AUVA für die öffentliche Gesundheitsversorgung erbrachten Leistungen bringen wird. Die rund 60 Millionen Euro sollen (vorbehaltlich noch notwendiger Beschlüsse) aus Mitteln des Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) fließen – in mehreren Tranchen von 2027 bis 2032 – und somit nicht das Landesbudget belasten.

Markus Malle, Clubobmann, sagte, dass die Umsetzung nur erreichbar war durch „den Zusammenhalt aller“. Das Projekt selbst sei begleitet gewesen durch Unsicherheit, Zusagen, Absagen, Verträge, Vereinbarungen über 13 Jahre hinweg. „Die Bereitschaft zur Umsetzung, die Dialogfähigkeit aller und vor allem der Wille, ein österreichweit Bespielgebendes Projekt im Sinne der Effizienz und Patientenversorgung umzusetzen, hat schlussendlich zum Erfolg geführt. Die Kabeg und das Land sind hier nur Passagier, denn die letztgültige Entscheidung musste die AUVA in ihren Gremien treffen. Aber der nun vorliegende Kooperationsvertrag ist der beste aller Vereinbarungen der letzten Jahre für alle Beteiligten, aber vor allem für die Patienten“, so Malle. Er verwies auf die 60 Mio. Euro, die von Seiten des Landes in vier Tranchen in das Projekt eingebracht werden, „auch, um die Liquidität der AUVA, die durch Beitragskürzungen von Seiten des Bundes ins Wanken geraten ist, sicherzustellen“, so Malle.

Die neue Zusatzvereinbarung muss nun auch den KABEG-Aufsichtsrat passieren, der kommende Woche tagen soll. Für die Aufbringung der KGF-Mittel ist ein Beschluss in der Gesundheitsplattform notwendig. Die AUVA rechnet mit dem Zuschlag an die ausführenden Unternehmen mit spätestens Anfang 2027. Die geplante Inbetriebnahme des TOZK ist bis 2031 bzw. 2032 realisierbar.
Dass das gemeinsame Zukunftsprojekt nun auf soliden Beinen steht, ist nicht zuletzt der überfraktionellen Dialogbereitschaft aller Beteiligten – vor allem auch der Sozialpartnerschaft – zu verdanken.

„Mit der Errichtung des Traumazentrums ist nach jahrelangen Bemühungen ein bedeutender Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in Kärnten gelungen. Die Kärntnerinnen und Kärntner profitieren damit von einer umfassenden, modernen und langfristig abgesicherten orthopädischen und traumatologischen Versorgung. Gleichzeitig werden die Arbeitsplätze der hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachhaltig gesichert und wichtige medizinische Kompetenzen im Land gebündelt. Die Arbeiterkammer Kärnten hat sich im Rahmen der Sozialpartnerschaft mit Nachdruck für die Umsetzung dieses Standortes eingesetzt. Dass dieses wichtige Zukunftsprojekt nun Realität wird, ist daher auch ein gemeinsamer sozialpartnerschaftlicher Erfolg – im Interesse der Bevölkerung und einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Unfallversorgung in Kärnten“, betont AK-Präsident Günther Goach.

WK-Präsident Jürgen Mandl dankte auch allen, „dass Ressentiments hintangestellt worden sind, um das Projekt zu realisieren“. Die Schwierigkeit in der Umsetzung habe auch darin bestanden, Effizienz, beste Qualität und Kosteneinsparung unter einem Hut zu bringen. „Neben der besten Patientenversorgung, der Ausbildung von hochwertigem Personal, können wir auf eine im Gesundheitswesen wichtige Kosteneinsparung blicken und trotzdem beste Qualität bieten. Hier wird ein Projekt umgesetzt, bei dem 30 Jahre vorausgeschaut worden ist“, erklärte Mandl.

Quelle: LH Fellner, LHStv Gruber, LRin Prettner, AK, WK, ÖVP-Landtagsclub
Foto: LPD Kärnten/Kuess

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