Kärnten gestaltet Zukunftsräume – Gute Gemeindeentwicklung beginnt mit guter Planung

LH Fellner, LHStv. Gruber, LRin Lagger-Pöllinger: Kärnten Vorreiter bei Baukultur – Als erstes Bundesland Baukulturelle Leitlinien des Bundes auf Landesebene konkretisiert – Weiterentwicklung bringt neue Zukunftsthemen und zwölf konkrete Impulse für Gemeinden

KLAGENFURT. Wie können sich Kärntens Gemeinden qualitätsvoll weiterentwickeln, ihre Ortskerne stärken, bestehende Gebäude besser nutzen und gleichzeitig sorgsam mit Grund und Boden umgehen? Antworten darauf geben die Baukulturellen Leitlinien des Landes Kärnten.

In der heutigen Sitzung der Kärntner Landesregierung wurde der Bericht zur Evaluierung und Weiterentwicklung der baukulturellen Leitlinien samt Impulsprogramm unter dem Titel „Kärnten gestaltet Zukunftsräume“ von Landeshauptmann Daniel Fellner, Raumordnungsreferent LHStv. Martin Gruber und Gemeindereferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger eingebracht. Die bestehenden 15 Leitlinien wurden auf Basis einer umfassenden Evaluierung aktualisiert und um fünf neue Zukunftsthemen erweitert. Ergänzend wurden zwölf konkrete Impulsmaßnahmen für die Umsetzung erarbeitet.

„Baukultur prägt das gesamte Bild unserer Gemeinden und damit auch ganz unmittelbar unsere Lebensqualität. Es geht um das Zusammenspiel von Gebäuden, Freiräumen, Landschaft, öffentlichen Plätzen und Infrastruktur und darum, wie wir diese Bereiche miteinander verbinden. Gute Baukultur schafft Identität, erhält gewachsene Strukturen und gibt gleichzeitig Raum für Neues. Mit der Weiterentwicklung der baukulturellen Leitlinien wollen wir diesen ganzheitlichen Blick weiter stärken und Kärnten auch für die kommenden Jahre gut aufstellen“, sagt Landeshauptmann Daniel Fellner.

“Gute Gemeindeentwicklung fängt mit guter Planung an. Unsere Gemeinden müssen sich weiterentwickeln und dabei ihre Lebensqualität behalten. Es geht um starke Ortskerne, bessere Nutzung von Gebäuden und Flächen, sorgsamen Umgang mit Grund und Boden und Klima- und Naturschutz. Die weiterentwickelten Leitlinien helfen den Gemeinden und bieten konkrete Unterstützung”, sagt Gemeindereferentin Lagger-Pöllinger.

LHStv. Martin Gruber, der für Raumordnung sowie die Orts- und Regionalentwicklung zuständig ist, ergänzt: „Gerade im ländlichen Raum ist es entscheidend, unsere Gemeinden so weiterzuentwickeln, dass sie auch langfristig attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume bleiben. Gute Baukultur trägt dazu bei, gewachsene Strukturen und den Charakter unserer Orte zu erhalten und gleichzeitig zeitgemäße Entwicklungen zu ermöglichen.“ Das wirke weit über die einzelnen Orte hinaus, so Gruber. „Lebendige Gemeinden stärken die gesamte Region, schaffen Lebensqualität für die Menschen und sind zugleich ein wichtiger Standortfaktor für Wirtschaft und Tourismus. Wo sich Menschen wohlfühlen, Betriebe gute Rahmenbedingungen vorfinden und Ortskerne belebt sind, entstehen neue Perspektiven und regionale Wertschöpfung. Davon profitiert letztlich nicht nur die Entwicklung des ländlichen Raums, sondern des gesamten Bundeslandes.“

Kärnten beschäftigt sich seit 2018 mit Baukultur. Es ist das erste Bundesland, das die Baukulturellen Leitlinien des Bundes auf Landesebene konkretisiert hat. 2020 wurden nach einer breiten Beteiligung 15 Leitlinien beschlossen. Sie umfassen zum Beispiel die Stärkung von Orts- und Stadtkernen, den sparsamen Umgang mit Grund und Boden, gute Planung, Klima- und Umweltschutz sowie den Erhalt historischer Bausubstanz.

Fünf Jahre nach dem politischen Beschluss wurden die Leitlinien 2025 und 2026 umfassend evaluiert. In den Prozess flossen eine Online-Befragung, Workshops, Gespräche mit Expert:innen und Stakeholdern sowie die Expertise der Fachabteilungen des Landes ein. Die Evaluierung zeigt eine grundsätzlich positive Entwicklung und gleichzeitig weiteren Handlungsbedarf insbesondere bei Boden und Bestand, Klima und Energie, Mobilität, Ortskernentwicklung sowie bei der praktischen Unterstützung der Gemeinden.

Aus Leerstand wird Zukunft, aus Ortskernen werden Lebensräume
Auf Basis dieser Erfahrungen wurden die bestehenden Leitlinien aktualisiert und um fünf neue Zukunftsthemen erweitert. In der zukünftigen Stadtplanung wird ein stärkerer Fokus auf die Themen Innenentwicklung und Bestand, sparsamer Umgang mit Boden und Ressourcen, hochwertige öffentliche Räume, Mehrfachnutzung, Klimawandelanpassung, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität sowie integrierte und gemeindeübergreifende Planung gelegt. Das Ziel besteht darin, Qualität bereits bei der Aufgabenstellung, Projektentwicklung und bei politischen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Um die Leitlinien in die Praxis umzusetzen, wurde ein Baukultur-Impulsprogramm mit zwölf Maßnahmen entwickelt. Dazu zählen eine bessere Koordination von Förderungen, eine stärkere Zusammenarbeit der Fachbereiche des Landes, unabhängige Planungsberatung für Gemeinden, integrierte Entwicklungskonzepte, die Stärkung öffentlicher Räume und des Bestands sowie die Verknüpfung von Baukultur mit Klima-, Energie- und Ressourcenzielen.

“Gerade in Zeiten knapper finanzieller und räumlicher Ressourcen müssen wir vorhandene Potenziale bestmöglich nutzen. Die Wiederbelebung bestehender Gebäude, die Stärkung von Ortskernen und die Weiterentwicklung bereits genutzter Flächen tragen zur Steigerung der Lebensqualität bei und schonen gleichzeitig den wertvollen Boden. Gute Baukultur ist deshalb für mich praktische Zukunftspolitik für unsere Gemeinden”, so Lagger-Pöllinger abschließend.

Quelle: Büros LH Fellner, LH-Stv Gruber, LRin Lagger-Pöllinger
Foto: Kärntner Volkspartei (Beispielfoto)